Artikel & Audios für Eltern & Pädagog*innen
Alles im Griff!??
Wenn der Alltag mit Kindern in die Tiefe des Lebens führt
"Keine romantischen Ideen und keine erdrückenden Ideale, sondern step by step, langsame Zentimeter, heraus aus alten Mustern und Zwängen, hinaus in die Weite: dem Neuen Raum geben, den Griff lösen und alle besser atmen und leben lassen."
Immer wieder berühren mich die Fragen und Erfahrungen von Eltern. Da gibt es so viele Gelegenheiten und Spuren, um das alte Autoritäre zurückzulassen und Neues zu wagen.
Schon im neuen Buch kommen Kolleginnen und Eltern mit ihren Erfahrungen und Gedanken zu Wort; auch in diesem Aufsatz findet ihr wieder viele kleine Beispiele, die uns die Richtung anzeigen - heraus aus den alten Zwängen und Mustern, hinaus in die Weite neuer Möglichkeiten.
Foto: Steve Heitzer

Podcast-Gespräch
Wenn Kinder "böse" sind...
Kennst du diese Momente, in denen ein Kind einem anderen Kind wehtut –absichtlich!? Oder es findet es lustig, andere zu ärgern? Vielleicht schlägt es sogar nach uns selbst?
In diesem Gespräch mit Anne Hackenberger geht es um eine Seite in unseren Kindern (und in uns selbst), die wir oft lieber nicht sehen möchten. Wenn Kinder schlagen, beißen oder andere ärgern oder ihnen wehtun wollen, fühlen wir uns als Eltern tief getroffen und schnell werden die alten Stimmen laut: „Was fällt der/dem ein? Das kann ich doch nicht so stehen lassen! Der muss doch lernen, dass das nicht geht!"
Doch was, wenn gerade dieses Entsetzen und die Empörung uns von unseren Kindern trennen? Was, wenn das „Böse" ein normaler Teil des Menschseins ist, mit dem Kinder ihren Umgang finden müssen?
Heißt das, wir müssten uns einfach damit abfinden - ist halt so!?? Nein. Aber was ist dann unsere Aufgabe? Und wie können wir die alten Stimmen und Reflexe dabei hinter uns lassen?
Anne und ich sprechen darüber, wie wir Gelassenheit finden und zugleich unsere Verantwortung übernehmen, wie wir schützen können ohne zu strafen, und warum es so wichtig ist, auch unsere eigenen „bösen" Seiten anzuschauen.

Podcast-Gespräch
Alltag mit Kindern als Weg in die Tiefe des Lebens
In diesem Gespräch mit Anne Hackenberger von Mit-Kindern-Wachsen sprechen wir über mein neues Buch. Von der Auftaktgeschichte mit dem Staubsauger und einem Moment des Erwachens bis hin zu der Geschichte, die mich in all meinen Jahren mit Kindern am tiefsten erschüttert hatte: eine Alltags-Situation im Kindergarten, wo es um die manchmal mühsame Trennung zwischen Eltern und Kind geht, endet mit dem Bewusstsein um die Kostbarkeit jedes Augenblickes mit unseren Kindern und die Zerbrechlichkeit des Leben.
Wollen wir nur, dass einfach der Alltag und am besten auch unsere Kinder "funktionierten" oder wollen wir Neues wagen? Mit Kindern können wir die Kunst des Lebens einüben - von dem Umgang mit Krisen und Störungen bis hin zum Respekt vor dem Leben mit seinem ganzen Geheimnis. Ein inspirierendes Gespräch und ein Einblick in meine Bücher!

Reden und Teilen
Von der Würde unsere Last zu schultern
Wenn ich mir mit Eltern Zeit nehme, um einen Blick in ihren Alltag, auf ihre Erfahrungen und Fragen zu werfen, dann schauen wir oft tief ins Leben hinein.
Bei einem unserer Familienseminare wurde das zuletzt wieder spürbar. Wir singen und tanzen zusammen, wir sitzen am Lagerfeuer und alles sieht froh und munter aus. Doch gleichzeitig sind hier Menschen, die mit großen Fragen unterwegs sind, mit Last und Leid. Und all dem auch nur für Momente Raum zu geben und zu hören, was die Menschen bewegt, geht tief unter die Haut und schafft eine große Verbundenheit.
Mein kleiner Aufsatz ist auch eine Einladung, gemeinsam nachzudenken, wie wir mehr von diesen Räumen schaffen können.
Foto: Steve Heitzer
"A.B.B.A" Merkzettel Achtsamkeit & Pädagogik -
Basic Skills für unseren Alltag mit Kindern
Als ich mich vor eineinhalb Jahren auf einen Vortrag vorbereitete, schien es plötzlich naheliegend,
meine Pädagogik auf ein paar Begriffe zu bringen. So kam es, dass ausgerechnet ich, der ich „Methoden“
gegenüber immer sehr skeptisch war, aus einer Laune heraus etwas entwarf, das auch als Methode
missverstanden werden konnte. Aber das Vergnügendaran, etwas auf den Punkt zu bringen, war größer, als meine Skepsis gegenüber jedem „Schema-F“ – und siehe da: A.B.B.A. war geboren. Und tatsächlich: Viele Teilnehmer*innen an Kursen oder Fortbildungen sind dankbar für etwas, das sie sich leicht merken können und sie an wichtige Punkte erinnert: A wie Ankommen - B wie Bremsen - B wie Beschreiben - A wie Arglos bleiben
"Mein Kind sollte..." Praxis-Beispiel Glaubenssätze
In meiner Arbeit mit Eltern stoßen wir immer wieder auf das Thema Zähneputzen. Als Eltern sind wir hier gefordert,
unsere Kinder früh an etwas zu gewöhnen, das buchstäblich sehr nahe geht, das in ihren Körper eingreift, oft lästig ist und gerade abends zu einer Zeit getan werden muss, die für beide Seiten nicht gerade zur besten Zeit des Tages gehört.
Das größere Thema "Glaubenssätze" ist auch Teil meines neuen Buches, das im August 2025 erscheint!
Heile Welt mit Achtsamkeit? Drei Fallen, drei Antworten, drei Mutmacher
„Achtsamkeit, Achtsamkeit, Achtsamkeit – ich kann das Wort nicht mehr hören!“
Achtsamkeit kann zu einem unerreichbaren Ideal werden. Hier zeige ich drei vermeidbare Heile-Welt-Fallen und ermutige Eltern: Achtsamkeit heißt echt zu sein, nicht perfekt.
1. Wir sind immer nett zueinander. 2. Mein Kind entscheidet alles selbst. 3. Achtsamkeit macht alles easy.
Meine steilsten Antworten in Kürze: 1. Kinder sind nicht nett! Und wir sollten es auch nicht sein. 2. Wir brauchen den Mut zum Buhmann! Vergessen wir nicht, dass wir die Erwachsenen sind und was unsere Aufgabe ist. 3. Alles easy ist die Illusion unter der Käseglocke. Käseglocke aber ist schlecht für das Immunsystem.
Erste Artikel dazu bereits online zu lesen, weitere folgen!
Achtsamkeit & Pädagogik
12 Fragen an Steve Heitzer
Wann und Warum hab ich mit Achsamkeit angefangen? Wie würde ich Achtsamkeit einem Kind oder Jugendlichen erklären? Kann man mit Achtsamkeit die Welt retten? Was nervt mich am Achtsamkeits-Hype?
Ein Interview des AVE-Instituts mit mir vom Oktober 2023
"Steve Heitzer sieht Achtsamkeit im Alltag mit Kindern als große Ressource. Dabei möchte er den Fokus von den Kindern als Objekt unserer Erziehung weg und hin zu uns Erwachsenen lenken."


Testen Kinder Grenzen?
Forschungsprojekt "Aua"
Grenzen sind ein beliebtes pädagogisches Thema. Weit verbreitete ist die Annahme: Kinder testen uns, um zu sehen, wie weit sie gehen können. Hier beleuchte ich verschiedene Aspekte von „Grenzensetzen“. Ich möchte ermutigen, nicht jeden Gedanken zu glauben und tiefer zu schauen.
In einem Praxisbeispiel beschreibe ich eine Schlüsselerfahrung, wo ein Kind tatsächlich testet und forscht, und es mir gelang, mich zurückzuhalten, um nicht um das lieben Grenzensetzens zu übersehen, was hier wirklich passierte.
Yoga-Mama: Mein Kind nervt – oder etwa nicht?
Kinder brauchen und suchen körperlichen Kontakt. „Aber muss das ausgerechnet bei meinem Yoga sein?“
Toni nervt Yoga-Mama, aber eigentlich sucht er vielleicht das Gleiche wie sie: Sich körperlich spüren. Und: Seiner Mama nahe sein.
Achtsamkeit bedeutet sich ganz einzulassen und neu hinzuschauen. Kinder „stören“ nicht, sie wollen uns berühren – Rücken und Herz.
Noel stört. Störungen haben Vorrang - das Potenzial von Konflikten
Wer mag schon Störungen und Konflikte? Wir mögens lieber harmonisch und haben lieber unsere Ruhe. Und wenn wir müssen, machen wir Konflikte am liebsten schnell weg. Aber: In 20 Jahren mit Kindern waren es ausgerechnet die Konflikte mit und unter Kindern, aus denen ich am meisten lernen durfte. Hier eine meiner wichtigsten Lektionen.
"Papa, es schneit..." Fest der Resonanz
Der Junge sitzt am Fenster und drückt seine Nase gegen die Scheibe. Und der Vater befürchtet, jetzt rausgehen zu müssen, es gäbe so viel zu tun ...
Doch liegt in diesen Worten nichts Bedrängendes. Es sind sanfte Worte; sie fallen leise zu Boden, den Schneeflocken gleich. Der Junge will nichts von seinem Vater, sitzt nur dort am Fenster und betrachtet dieses kleine Wunder. Resonanz.
Der verletzte Tiger. Wenn Kinder richtig aggressiv werden
Der achtjährige Salman zuckt beim Fußball völlig aus und schlägt auf seinen Vater ein - der hatte sich kürzlich von seiner Familie getrennt. Ich gehe dazwischen und versuche dieses Mal den (in dieser Zeit häufigen) Wutausbruch von meinem besten Freund fernzuhalten und ihnen beiden diese Belastung zu ersparen.
Crash-Test Achtsamkeit! Was tu ich mit einem verletzten Tiger? Und wie schütze ich mich vor ihm, ohne selbst übergriffig zu werden? Ist es möglich, der Emotion und Aggression einen sicheren Rahmen zu gehen, das Kind nicht zu bedrohen und gleichzeitig Führung zu übernehmen? Wie mich einlassen, ohne selbst auf den Kampf einzusteigen? Wie geht Frieden?
Nachhaltig leben in einer komplizierten
Wir versuchen als Familie möglichst ökologisch nachhaltig zu leben, und eine spirituelle Weisheit besagt: Reich ist, wer wenig braucht. Doch unsere Kinder wollen reisen – per Flugzeug. Ein Verhalten, das wir uns angesichts der Klimakrise eigentlich nicht mehr leisten können.
Mein Artikel zur Freiheit, die wohl nicht mehr grenzenlos sein kann, nochmal auf unser Leben als Familie zugespitzt.

Ein ganzes Leben. In ein paar Stunden mit Kindern.
Im Gespräch mit einer Mutter öffnet sich kürzlich mein Herz, Mitgefühl mit ihr, als sie mitten im gewünschten kurzen Nachgespräch über eine Szene am Vormittag in Tränen ausbricht. Sie will es so gut machen, will ihr Kind beschützen, und muss beim kleinen Abschluss-Fest wieder erleben, wie Charlie von Marlon mit voller Absicht zu Boden gestoßen wird. Wieder dieser Marlon. Wieder diese Erfahrung.
Aber „die Welt ist groß, und Rettung lauert überall“, schreibt Ilja Trojanow einmal. Und in meinem aktuellen Lieblingsbuch vom Jungen, dem Maulwurf, dem Fuchs und dem Pferd von Charlie Mackensy zieht sich diese Stimmung und Weisheit durch die ganze wundervolle Bildergeschichte: Das Leben ist nicht leicht. Wir sind wie geworfen auf die Erde. Und wir sind allein und voller Heimweh. Und zugleich sind wir doch nicht allein. Wir erfahren die Kraft der Verbundenheit und die Macht der Freundschaft und Liebe, die das Dunkle, Wilde, Unkontrollierbare und Schmerzliche nicht wegzaubern kann. Aber es durchschreiten lässt. Von den kleinen bis zu den großen Erfahrungen von Schmerz und Leid. ... Ein ganzes Leben in ein paar Stunden mit Kindern.
Spiel, Sport und Wettkampf. Erinnerung und Besinnung. Podcast-Gespräch mit Christina Raftery, München
"Mensch ärgere dich nicht!" - ein altes Brettspiel bringt es auf den Punkt: Wie viel Ärger, Frust, ja Erniedrigung und Beschämung haben wir im Zusammenhang mit Gewinn-Spiel, Wettkampf und Schulsport erlebt ... Müssen Kinder nicht auch verlieren lernen? Bereitet uns das Spiel für den Ernst des Lebens vor? Ist Spiel nur Gewinnen und Verlieren? Wie sieht das Spiel kleiner Kinder aus, bevor wir ihnen Wettkampf beibringen? Welche Erinnerungen erreichen uns aus unserer eigenen Kindheit? Welche Erfahrungen machen wir heute mit unseren Kindern? Welche Glaubenssätze sind damit verbunden und welche sollten wir überwinden? Wollen sich Kinder nur messen, oder können wir uns auch an unseren unterschiedlichen Gaben freuen, ohne dabei zu urteilen oder zu benoten?
Borstige Jungs, borstige Erwachsene. Wie wir beide zähmen.
„Wohl ihre Kinder nicht im Griff?!“ Das traf mich mal völlig unvorbereitet, als mein kleiner Sohn in einem Park außer sich war. Im gleichen Park gab es viele Jahre später auch Kindergärtnerinnen, die ihre Kinder sehr wohl im Griff hatten. Wir können alle den Griff lockern, ohne dass unsere Kinder einander die Köpfe einschlagen.
Kleines Leben, großes Geheimnis. Eine Übung im Nicht-Wissen (geführte Meditation)
Manchmal wissen wir nicht, was los ist. Immer wieder die gleichen Konflikte. Warum muss er immer...? Warum tut sie das ...? Schau mal, was sich verändert, wenn Du Dich einem Geheimnis öffnest. Eine Übung in der Stille aus meinem Buch Kinder sind nichts für Feiglinge.
Kind, Katze, Körperkontakt. Familien allein zuhause
Die Corona-Krise zwingt Familien, viel Zeit zu Hause zu verbringen. Die Nähe kann belastend sein, vor allem wenn Homeoffice und Kinderbetreuung parallel laufen. Ich treffe eine Mutter bei einem beruflich angesetzten Achtsamkeitstraining und staune wieder mal über ein Kind. Und über die Katze….

