Achtsamkeit & Pädagogik

Workshops, Fortbildungen, Vorträge, Familien-Auszeiten

Wenn ich von Achtsamkeit und Pädagogik spreche, gibt es zwei mögliche Missverständnisse: "Achtsam", ja wir wollen ja alle achtsam sein, einfach nett mit den Kindern. Oder: "Achtsamkeit - da geht's um Stilleübungen für Kinder."

Wenn ich von Achtsamkeit in der Pädagogik spreche, geht es darum, all das, was wir in der modernen Achtsamkeits- und Meditationspraxis lernen können, im Alltag mit unserern Kindern zu üben und zu leben. Das geht tiefer als ein oberflächliches Nettsein. Es fordert radikalen Respekt und geht weit über den Alltagsbegriff von Achtsam-Sein hinaus. Es geht um hellwache Präsenz. Kinder fordern uns heraus, gehen mit offenem Herzen und hellwachen Sinnen durchs Leben und bieten uns unzählige Möglichkeiten, selbst durch die Pforte des Jetzt zu treten. Aufzuwachen aus unserem ständigen Kreisen um Erledigungen und Problemen. Wenn wir uns manchmal von ihnen an der Hand nehmen lassen und wenn wir den Widerstand gegen schwierige Situationen im Alltag loslassen, können wir Moment für Moment als Chance für unser eigenes Wachstum nützen und unseren Übungsweg der Achtsamkeit vom Sitzkissen ins "richtige Leben" übertragen.

Vorträge & Fortbildungen

mögliche Themen & Inhalte

Gerne komme ich zu Vorträgen, Workshops und Fortbildungen in Einrichtungen und zu Tagungen. Meine aktuellen Schwerpunkte finden Sie in der verlinkten Auschreibung unten. Elternabende sind in Vorarlberg in Kooperation mit www.elternbildung-vorarlberg.at möglich, auch in Tirol ist eine Kooperation mit der Elternbildung möglich.

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Coaching

Eltern suchen immer wieder meinen Rat. Wir vereinbaren individuell Gespräche bzw. eine Gesprächsreihe, möliglich auch online per zoom. Auch Treffen mit den Kindern können hilfreich sein.

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Quellen & Lehrer*innen

Meine Geschichte mit Kindern, und was der Mann aus Nazareth damit zu tun hat

 

 

In den vergangenen 20 Jahren hab ich viel von und mit Kindern gelernt. Und das obwohl ich ja eigentlich gar nicht ganz vom Fach bin. Aber vielleicht war das gar nicht so schlecht. Immerhin hatte ich Religionspädagogik studiert. Und doch wusste ich nicht schon von vornherein zu genau, wie Pädagogik „funktioniert“. Bevor ich allerdings zu den Kindern ging, war ich 4 Jahre im kirchlichen Bereich tätig. Dort – wie schon im Studium – war meine Leidenschaft neben der Arbeit mit den Menschen immer schon die Schatzsuche in unseren spirituelle Schriften. Was hat dieser Jesus von Nazareth uns heute zu sagen? In einer Szene im Evangelium nach Markus streiten sich die Schüler Jesu darum, wer denn von ihnen wohl der Größte sei. Was tut Jesus? Er stellt eines der Kinder dieser Möchte-gern-Großen in die Mitte und meint frei übersetzt: Hier ist euer Vorbild. Wer groß sein möchte, der gehe zu den Kleinen und lerne von ihnen. Denn bei ihnen ist die Essenz meiner Lehre zu finden. Aber er sagt das alles nicht so sehr mit Worten, sondern er drückt es mehrmals in einer erstaunlichen Geste aus: Er schließt das Kind in seine Arme. Und an anderer Stelle spricht er den Lobpreis über sie, berührt und segnet sie, als hätte er heiliges Brot in seinen Händen.
 

Man könnte sagen, ich habe Gemeindearbeit, Gottesdienst und heiliges Brot weggelegt und bin buchstäblich 20 Jahre lang den Worten und der Geste Jesu gefolgt. Ich habe mit meiner Frau Priska zusammen einen Kindergarten gegründet, uns sind drei „eigene“ Kinder geschenkt und ich lerne bis heute aus Begegnungen mit Kindern und Eltern. Montessoripädagogik, die Arbeit von Rebeca und Mauricio Wild, die Arbeit von Fred Donaldson und der revolutionäre Blick Jesper Juuls auf Eltern und Kinder formten meine Pädagogik. Pädagogik bedeutet nicht zu lernen, wie wir Kindern alles beibringen, was sie noch nicht können, sondern mit Kindern zu wachsen.

 

Die Bereitschaft, mit Kindern "tief schauen" (Thich Nhat Hanh) zu lernen und uns ganz auf sie einzulassen erfuhr und lernte ich bei meiner Frau Priska. Mit Kindern zu wachsen, die Schätze eines wachen Lebens mit Kindern zu entdecken und uns mit ihnen auf ein unbezahlbares Seminar zur Persönlichkeitsentwicklung und Lebenskunst einzulassen, durfte ich bei meinen Lehrer*innen Kathatrina Martin und Lienhard Valentin lernen.

 

Pädagogik & Spiel

Noch eine persönliche Geschichte

 

Viele Menschen haben mich kennengelernt über mein Spiel mit Kindern. 2004 durfte ich Fred Donaldson kennenlernen und das, was er original play genannt hat. Über 15 Jahre hinweg hat es meine Arbeit mit Kindern verändert und vertieft, ja eine neue Spur gelegt, nicht nur Kindern, sondern dem Leben überhaupt zu begegnen. Ich nenne sie „Vom Kampf zum Spiel“. In der pädagogischen Arbeit mit Kindern ist der Umgang mit Körperlichkeit und Konflikten zentral. Die Erfahrungen in diesem ursprünglichen Spiel mit Kindern haben mir eine Fülle von Anregungen gegeben, Konflikte zu adäquater zu begleiten, sowie dem Thema Körperlichkeit die so notwendige Aufmerksamkeit zu schenken. Ein adäquater Umgang mit Berührung und Kontakt sind essenziell, nicht nur in der Pflege von Kleinkindern, sondern weit darüber hinaus: Professionelle Nähe, Berührung und Kontakt sind der Schlüssel, um sowohl eine tragfähige Beziehung zu Kindern aufzubauen, als auch ihrem authentischen Bedürfnis nach Geborgenheit, Sicherheit und Kontakt Raum zu geben und ihre persönlichen wie sozialen Prozesse zu begleiten. Leider ist gerade der adäquate Umgang mit Körperlichkeit noch immer kaum Bestandteil pädagogischer Ausbildung; im Gegenteil wird er entweder tabuisiert oder einseitig problematisiert und diskreditiert. Dabei wäre ein offener Diskurs unter Pädagog*innen wie in der ganzen Gesellschaft notwendig, um sich zu verständigen, wie adäquate Berührung wirklich gelingt. Dazu gehört auch eine Fehlerkultur und eine vertrauensvolle Gesprächsbasis.
Im Oktober 2019 strahlten ARD und ORF eine Reportage aus, die original play mit Missbrauchsvorwürfen in Zusammenhang brachte und auf sehr tendenziöse Weise nicht nur Fred Donaldson, sondern alle diskreditierte, die begonnen hatten, auf redliche und professionelle Weise in der pädagogischen Arbeit mit Kindern dieses Spiel anzubieten. Der Sturm der Verunglimpfung, der daraufhin über meine Kolleg*innen und mich hereinbrach, führte zu einem Verbot seitens Bildungsministerien in Österreich und Deutschland. Neben der persönlichen traumatisierenden Erfahrung im Umgang mit manchen Journalistinnen und einer völlig irrationalen Hetze gegen unsere Arbeit führte die persönliche Diskreditierung auch dazu, dass die so notwendige Verständigung darüber, was Kinder brauchen und wie ein professioneller Umgang mit Berührung und Körperlichkeit mit und unter Kindern gelingen kann, erneut ausblieb, ja ein weiteres Mal diskreditiert und tabuisiert wird. Obwohl sich viele mehr Männer in der pädagogischen Arbeit, auch im elementarpädagogischen Bereich, wünschen, hat es erneut zu einer tiefen Verunsicherung bei jungen Kollegen geführt, die sich gut überlegen müssen, ob sie sich einem bleibendem Generalverdacht aussetzen wollen.

 

Ich bin allen dankbar, die sich nicht allein auf (in diesem Fall tendenziöse) Medienberichte verlassen, sondern sich ein eigenes Bild von unserer Arbeit und von uns als Menschen machen und gemacht haben. Weiters danke ich allen Journalist*innen, die sich bemühen, jenseits der üblichen stories, die für Quoten sorgen, die wirklichen Fragen, Anliegen und Erfahrungen zu beleuchten.

 

Ein Interview für das Online-Portal Ethik Heute findet sich unter https://ethik-heute.org/original-play-in-der-kritik/

Eine ausführliche Stellungnahme zu vielen Fragen und Vorwürfen gegenüber unserer Arbeit findet sich

HIER

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